SHUT UP AND DANCE sorgt für Unmut an den Osterfeiertagen
Heute erhielten wir folgende Email von einem Gast aus dem LK Vechta:
“Hallo, ich hoffe, Sie haben ein schönes Osterfest verlebt. Am gestrigen Ostermontag erfuhr ich von meiner Tochter ****** die Höhe des Eintrittsgeldes für den von Ihnen ausgerichteten Osterball am Ostersonntag.
Wodurch ist die Höhe von 11 € begründet?
Es spielte lt. ihrer Aussage keine Band, sondern lediglich ein DJ, es gab kein Freigetränk geschweige denn einen Gutschein für ein Buffet.
Vergleichbare Bälle bei anderen Gasthäusern haben ein Eintrittsgeld von 5-7 €. Gerne höre ich von Ihnen, da die Höhe von 11 € doch für einigen Unmut gesorgt hat.
Danke …. ”
Unsere Antwort - wir freuen uns auf Anregungen und Kritik :
Sehr geehrter Herr **********,
wir sind über Ihre Frage sehr verwundert, nehmen uns aber gerne die Zeit, sie zu beantworten.
Erlauben Sie uns einige Worte vorab:
Grundsätzlich ist Deutschland ein freies Land - Wir haben die Freiheit für unsere Dienstleistung die Preise zu nehmen die wir für angemessen halten, Sie haben die Freiheit Ihr Geld (oder das Ihrer Tochter) dem Anbieter zu Gute kommen zu lassen, bei dem Sie das beste Preis/Leistungs Verhältnis vermuten.
Das Sie unser Fest pauschal mit “anderen Gasthäusern” und Osterbällen vergleichen, finden wir sehr Schade und lässt vermuten, das Sie unsere Veranstaltungsreihe “shut up and dance” nicht kennen.
Zur Historie: In unsere Region sind “Bälle” zu Ostern und Weihnachten Tradition. In der Vergangenheit haben auch wir es ähnlich gemacht, wie die von Ihnen genannte “andere Gasthäuser”: Tanzfläche freigeräumt, eine 4 Mann Kapelle bestellt und einen “Ball” veranstaltet. Vor wenigen Jahren haben wir auch noch 5,- bis 6,- Euro Eintritt genommen und es kam zu folgendem Effekt - die “Bälle” wurden immer schlechter besucht, der Publikumsalterschnitt sank von Jahr zu Jahr, ungewollt, auf bis zu unter 18 Jahren. Kurz: Die Feste verkamen zusehends zu jugendlichen “Trinkgelagen”, das Niveau sank, der Umsatz allemal, Vandalismus im und ums Gebäude nahm zu.
Aus diesem Grund haben wir uns vor einigen Jahren entschlossen das Konzept zu ändern. Zuerst haben wir ein Jahr komplett pausiert um einen “Bruch” mit dem Herkömmlichen zu provozieren. Wir wollten eine hochwertige Veranstaltung für Erwachsene Gäste schaffen - Ihnen zweimal im Jahr etwas einzigartiges bieten, fernab der herkömmlichen “Bälle” - Wir verzichten dabei bewusst auf ein Image von billig, Freigetränken, Pauschale etc. Qualität hat seinen Preis!
Im Anschluss haben wir unsere Weihnachts- und Osterbälle unter dem label “Shut up and dance” relauncht. Mit vollem Erfolg. Die Osterbälle sind gut besucht, vergangenes Jahr Weihnachten waren wir 24 Tage vor der Veranstaltung ausverkauft.
Im Gegensatz zu früher wird unser Saal für mehrere Tage komplett umgebaut. Wir schaffen unser Meinung nach für zwei Tage im Jahr eine einzigartige Atmosphäre - und das Feedback unsere Gäste bestätigt uns bei dieser Annahme.
Es wird hochwertige Veranstaltungstechnik aufgebaut, eine aufwendige Cocktailbar installiert. Der von Ihnen genannte “lediglich ein DJ” ist in der Qualität jeder Live Band überlegen (über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, wir und viele Gäste denken aber so). Die Kosten für gute DJ`s liegen übrigens höher als für fragwürdige LIVE Bands. Neben diesem DJ gibt es zwei weitere DJ, einmal davon mit einer Karaoke Anlage.
Wir weigere uns Ihre “Gleichmacherei” anzuerkennen - ein einfacher “Ball” - Live Band hingestellt und 7 Euro Eintritt kassiert wird wahrscheinlich einfacher Umsatz machen als das von uns aufwendig gestaltete Fest.
Wir kassieren 11,0 Euro Eintrittsgeld pro bezahlter Karte:
- Eintrittskarte: 11,00 Euro
- Abzüglich MwST: 1,76 Euro
- Netto: 9,24 Euro
- abzüglich 10% Vergnügungssteuer auf Brutto an Stadt Dinklage 1,10 Euro
- Anteil GEMA, ca. pro Karte 0,40 Euro
- Druck Eintrittskarte 0,30 Euro
- Fälschungssichere Eintrittsbänder 0,25 Euro
Davon bleiben grob etwas mehr als 7,00 Euro nach Abzug oben genannter fester Kosten übrig.Wir verkaufen einige hundert Karten und hiervon müssen noch weitere Kosten gedeckt werden:
Beleuchtungstechnik, DJ’s, Leihequipment, Tresen,Sicherheitsdienst, Glasbruch, Endreinigung etc verschlingen gut 4500,00 Euro. Wenn wir am Abend die Tür ausschliessen, sind wir trotz eines Eintrittsgeld von 11,00 Euro in Vorleistung gegangen.
Wir sind der Meinung, das der Eintrittspreis von 11,00 Euro mehr als gerecht fertigt ist - unsere Gäste bekommen einen Gegenwert für Ihren Eintritt:
- erstklassige Musik von guten DJ’s
- eine Aufwendig dekorierte Location, unterschiedliche Räume mit unterschiedlichen Mottos
- Gäste in festlicher Kleidung
- garantiert keine Gäste unter 18 Jahren
(im Gegensatz zu vielen Eltern nehmen wir es damit etwas genauer)
- Sicherheit für unsere Gäste oder deren Töchter - wir erteilen bei aggressivem Verhalten sofort Hausverbot und nehmen auch hier unsere Sorgfaltspflicht sehr ernst.
Wir sorgen für eine angenehme Atmosphäre zum Feiern - das kostet Geld, und diese Kosten reichen wir weiter.
Wir konnten aus Ihrer Email nicht ganz erkennen, ob Sie als Vater über den Eintrittspreis verwundert waren, oder Ihre Tochter dies als ungerechtfertigt empfand. Grundsätzliche Frage: Hat Ihrer Tochter die Veranstaltung gefallen? Wenn nein, warum nicht? Was sollten wir ändern? (der Preis wird bleiben, da lassen wir nicht mit uns reden).
Das ein Eintrittspreis von 11,00 Euro bei Ihnen im Haus für Unmut sorgte ist sehr Schade - ich hoffe Sie konnten die Ostertage trotzdem noch geniessen. Warum der Unmut? Unsere Angebot wurde klar im Vorfeld in unserer Werbung kommuniziert - keine Band, Keine Freidrinks, Kein Büffet sondern DJ, Karaoke, Happy Hour…auch der Eintrittspreis von 11,00 Euro war bekannt.
Wenn Ihnen dieser Preis ungerechtfertigt erscheint, bedauern wir das. Wir sind der Meinung das der Preis mehr als gerechtfertigt ist. Falls es etwas an der Veranstaltung zu kritisieren gibt, freuen wir uns, Kritikpunkte genannt zu bekommen.
Mit freundlichen Grüßen
Familie Meyer”
NACHTRAG:
Gerade erhielt ich folgende Antwort:
”
Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
Wenn ich auch mit der teilweisen “direkten” Art mir gegenüber nicht ganz
einverstanden bin, habe ich jedoch Ihr Problem erkannt und stimme diesem
grundsätzlich natürlich zu.
Ich gebe zu, daß mein Begriff “Gasthäuser” in diesem Fall fehlplaziert
war, wobei doch klar ist, was und wie es von mir gemeint war. Man sollte
sich hier nicht auf dem Begriff “herumreiten”.
Den Begriff Demokratie in diesem Zusammenhang zu bringen, ist sachlich
falsch; Sie hätten hier von “Gesetzen der Marktwirtschaft” sprechen
müssen.
Ihre genannte Veranstaltungsreihe “Shut up and dance” kenne ich, wie Sie
richtig vermutet haben, noch nicht, werde sie aber sicherlich irgendwann
mal kennenlernen.
Meiner Tochter fand den Osterball natürlich sehr gut und genoß das
Ambiente; sicherlich auch begründet durch Ihre Vorgabe der festlichen
Kleidung.
Das die genannten Bälle in der Vergangenheit bei Jugendlichen zu
“Saufgelagen” ausarteten, kann ich mir vorstellen und verstehe daher
auch Ihren Versuch eines “Umbruchs”.
Ich muß mich abschließend bei Ihnen bedanken, daß Sie sich die Zeit für
Ihre doch sehr umfangreiche Antwort mit teilweisen Angaben der
Kalkulation genommen haben.
Das ist sicherlich nicht branchenüblich.
Ich wünsche Ihnen und natürlich Ihrem auch Ihrem Team weiterhin viel
Glück und geschäftlichen Erfolg.
Danke. … ”
ENDE GUT ALLES GUT - unsere Antwort:
“Hallo Herr ********,
freuen uns über Ihre Antwort - Um Ihnen einen Eindruck von Shut up and Dance zu vermitteln - setzten wir Sie und Ihre Familie und Freunde (alle über 18 Jahre zumindest) auf unser Gästeliste für Weihnachten 2007 - Sie können mit bis zu 10 Gästen kommen, der Eintritt ist frei.
Mit freundlichen Grüßen
Familie Meyer